Presse/Archiv

Hier erhalten Sie Informationen:

- zu  Berichten in der Presse über die Arbeit der Margot-Barnard-Realschule (Presse)

 

Aktuelle Presseberichte:

  

GA, 12.06.2016

Projekt im Bonner Medienzentrum

Medienscouts geben Wissen weiter

Medienscouts
Foto: Stefan Knopp

Die frisch gebackenen Medienscouts präsentieren Eltern und Lehrern im Foyer der Margot-Barnard-Schule Ergebnisse aus den Workshops.

12.06.2016 MEDINGHOVEN. Soziale Netzwerke sind praktisch und kommunikativ und deshalb so beliebt. „WhatsApp hat gut 800 Millionen Nutzer“, sagte Marco, 15 Jahre alt und Schüler der Margot-Barnard-Realschule. „Täglich werden darüber rund 300 Milliarden Nachrichten verschickt.“ Aber man muss auch vorsichtig sein.

„Es gibt so viele Sachen, auf die man achten muss“, sagte Joyce, 14. „Zum Beispiel, dass man nicht seine Adresse oder den vollen Namen angibt.“ Ein anderes Beispiel hatte Jan, 15, von der Realschule Beuel: „Eine Taschenlampen-App braucht keinen Zugriff auf Kontakte, Identität et cetera.“ Gelernt haben sie das bei den Workshops im Medienzentrum Bonn, bei denen sie zu Medienscouts ausgebildet wurden.

Das Projekt wurde in diesem Jahr erstmals von der Stadt Bonn angeboten und im Medienzentrum durchgeführt. Am Donnerstag erhielten die rund 20 Medinghovener und Beueler Realschüler ihre Zertifikate.

Die mussten sie sich aber erst verdienen: In sechs Gruppen präsentierten sie Eltern und Lehrern ihr im vergangenen halben Jahr angeeignetes Wissen zu Social Media, Cybermobbing, QR-Codes, Passwörtern und Urheberrechten sowie Datensicherheit im Netz. Diese Themen vermitteln zu können gehört zum Job. Denn sie sollen ihr Wissen ja weitergeben.

Experten in eigener Sache

„Medienscouts sind Experten in eigener Sache“, sagte Lorenz Wüsten vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz der Bonner Polizei. Er hatte die Schüler von zunächst drei Schulen, von denen eine absprang, in vier Sitzungen zusammen mit Sabine Hörter vom Medienzentrum geschult.

Als „Peers“ würden die Scouts die gleiche Sprache sprechen wie ihre jüngeren Mitschüler und die Argumente kennen, so Hörter. „So können sie sich auf Augenhöhe über die Themen unterhalten.“ Die Medienscouts dienten aber auch Lehrern und Eltern als Anlaufstelle.(Stefan Knopp)


 

 

 

GA, 23.10.2015

Margot-Barnard-Realschule

Orientierungshilfe auf dem Weg in den Beruf

MEDINGHOVEN.  Wie geht es nach der zehnten Klasse weiter? Spätestens ab dem achten Schuljahr wird diese Frage für die Margot-Barnard-Realschüler bedeutsam. Um den Schülern bei ihrer Berufswahl zu helfen hat die Schule einen Kooperationsvertrag mit der Firma Eaton unterzeichnet.

Kooperation Eaton MBR

 

 

Manuel Tschauner von Eaton Industries und Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Foto: Knopp

 

 

 

 

Viele Schüler wechseln laut Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both aufs Gymnasium: "Mehr als 50 Prozent haben die Qualifikation dafür." Bei den anderen muss das Interesse für eine Ausbildung geweckt werden. Dafür hat die Schule gestern einen Kooperationsvertrag mit der Firma Eaton geschlossen.

Man wolle den Jugendlichen helfen, sich zu orientieren, und ein Bewusstsein für die vielen Möglichkeiten in einem Unternehmen mit wirtschaftlichen und technischen Bereichen schaffen, sagte Manuel Tschauner, Director HR von Eaton Industries. Das Unternehmen hat bereits einen ähnlichen Vertrag mit der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel und strebt laut Tschauner weitere Kooperationen an. Eaton bietet Praktikumsstellen und Gruppenbesichtigungen an und führt Projekte im Unterricht durch. Außerdem teilt das Energiemanagement-Unternehmen der Schule mit, wenn Ausbildungsplätze frei sind.

Der Kontakt sei über einen Schüler hergestellt worden, der dort ein Praktikum gemacht habe, erklärte Konrektorin Maritha Weber, die für die Berufswahlorientierung zuständig ist. Sie brachte die Kooperation ins Rollen. Man will verstärkt Schülerinnen in den technischen Ausbildungssparten unterbringen. Ein erster Schritt dafür ist laut Weber, Mädchen am "Girls' Day" bei Eaton unterzubringen. Die Schule will darüber hinaus weitere Verträge dieser Art abschließen. kpo


 

 

GA, 12.06.2015

Sponsorenlauf erstmals mit Kindergarten-Kindern

Die jüngsten Läufer waren gerade einmal drei Jahre alt, aber sie zeigten die gleiche Begeisterung beim Sponsorenlauf wie die älteren Teilnehmer. Erstmals beteiligte sich der heilpädagogische Kindergarten "Burgkinder" am gemeinsamen Lauf der Margot-Barnard-Realschule und der Königin-Juliana-Förderschule. Die 700-Meter-Runde verlief auf der Straße An der Burg Medinghoven zwischen den beiden Schulen. Die Laufbereitschaft war hoch: Einige Schüler kamen auf mehr als acht Runden. Der Erlös aus dem Sponsorenlauf wird aufgeteilt: Alle Schulen wollen das Geld an ihre Fördervereine weitergeben, die Realschule will außerdem Erdbebenopfer in Nepal unterstützen. Es war der zweite Lauf nach 2013. Neben Lehrerinnen und Erzieherinnen waren besonders die Schülervertretungen beider Schulen sowie die Sporthelfer der Realschule an der Organisation beteiligt.


 

Schaufenster, 02.06.2015

Ehrennadel zum Schuljubiläum

Duisdorf (we). Das ganze Jahr über feiern sie schon. Müde sind sie aber noch lange nicht: Die Schülerinnen und Schüler der Margot-Barnard-Realschule begingen den Festakt zum 50-jährigen Schuljubiläum. Nach Karneval, Luftballonaktion und anderen Aktionen wurde es dabei festlich. Die Nachkommen der jüngst verstorbenen Schul-Namensgeberin hatten eine Grußadresse geschickt. Margot Barnard hatte sich ihr Leben lang gegen Nazi-Terror eingesetzt und war als stete Mahnerin ein wichtiger Pfeiler der deutschen Geschichtsaufarbeitung.

Beirksbürgermeisterin Petra Thorand erinnerte an die Anfänge der Schule. Und hob besonders hervor, dass die Realschule seit 20 Jahren enge Kontakte nach Polen unterhält und auch Frankreich in ihr großes Herz geschlossen hat. So waren bei dem Festakt Vertreter aus Polen und aus Reims zugegen. Für soviel ehrenamtliches Engagement und internationales Wirken gab es von Petra Thorand die Ehrennadel des Stadtbezirks.

Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both hielt wie immer bei vergleichbaren Anlässen ein flammendes Plädoyer für ihre Schulform. In übersichtlicher Anzahl von Schülern lässt sich vermutlich viel individueller unterrichten und gezielter fördern als in anonymen großen Schuleinheiten. Die Schüler und Schülerinnen von Margot Barnard identifizieren sich dem Anschein nach mit ihrer Schule und freuen sich darauf, zum Unterricht zu kommen.

Das Festprogramm gestalteten sie in wichtigen Teilen selbst. Mit Inbrunst intonierten sie als Chor diverse Songs und sorgten so dafür, dass die Stimmung bei den zahlreichen Gästen aus Verwaltung und Schulbehörde nicht allzu feierlich geriet. Bürgermeister Reinhard Limbach überbrachte ein Grußwort der Stadt Bonn. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!


 

GA, 01.06.2015

Margot-Barnard-Realschule

Jubiläumsschulfest mit eigenem Rapsong

Von Stefan Knopp

MEDINGHOVEN. Der Rapsong handelt von Mobbing an der Schule, von Rassismus und davon, dass man vernünftig und rücksichtsvoll miteinander umgehen soll: "Anfangen zu lieben" heißt er.

Sommerfest

Im Team zum Erfolg: Die Spieler beim Menschenkicker müssen gemeinsam ihre Bewegungen koordinieren. Foto: Bohländer 


"Den haben wir komplett selbst geschrieben", sagte Olga (14), Schülerin an der Margot-Barnard-Realschule. Bei der Umsetzung hatten sie aber Hilfe: Die Rapper General Snipe und Tha Ghostdawg hatten den Schülern viele Tipps gegeben. Alle gemeinsam führten ihn am Samstag beim Jubiläums-Sommerfest in der Aula auf, und nahezu alle sangen mit.

Die Botschaft des Liedes spiegelt das Zertifikat "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" wider, das der Realschule verliehen wurde. "Alle Schüler helfen sich untereinander", sagte Jeffrey (13) von der Schülervertretung. "Es wird niemand ausgeschlossen." In der Aula gab es noch mehr Musik, internationale Tänze und das "Klassenkameradschaftslied" der Klasse 5 a. Auch die beiden Profi-Rapper traten auf.

Die Schule feiert das ganze Jahr über ihr 50-jähriges Bestehen, auch beim Sommerfest. Die Gäste erlebten, "was Oma noch gespielt hat" - etwa Schubkarrenrennen. Die Klassen der Jahrgangsstufen sieben und acht hatten auf dem Sportplatz einen "Weltreiseparcours" organisiert, zu dem ein Ländercontest, ein Sprachmemory und die Station "Europabärte abrasieren" gehörten: Mit echten Rasierklingen sollte man mit Wasser gefüllte Luftballons von Schaum befreien, ohne dass sie platzten.

Die Klassen hatten sich ihre Beiträge laut Lehrerin Verena Fehling, die mit ihren Kolleginnen Anika Frommhold und Angelika Hein das Fest organisiert hatte, selbst ausgedacht. Geboten wurden ein Menschenkicker und "Flag Football", eine Form des Footballs, die ohne viel Körperkontakt auskommt. Eine weitere Attraktion bot die Duisdorfer Freiwillige Feuerwehr. Sie war mit einem Einsatzfahrzeug gekommen, erklärte viel, machte Vorführungen und stellte einen Einsatz nach: Es galt, einen Lehrer zu retten.

Eltern hatten Beiträge zum internationalen Buffet geliefert. Schulleiterin Ingrid Schnickers war sehr zufrieden: Das Wetter spielte mit, und nach drei Stunden Unterhaltung halfen viele Schüler mit, alles wieder abzubauen. "Man hat auch ganz viele ehemalige Schüler gesehen", sagte sie.


 

GA, 13.05.2015

Staatssekretär Ulrich Kelber diskutiert mit Margot-Barnard-Realschülern

"Heute sind wir alle Europäer"

DUISDORF.  Aus den Lautsprechern der Aula klang laut die Europahymne, die Schüler des Sozialwissenschaftskurses der Jahrgangsstufe 7 betraten mit ihren bunten Plakaten zu den einzelnen Mitgliedsländern die Bühne.

 Kelber GA3

Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both (4.v.l.) begrüßt mit Kollegin Angelika Hein (r.) und Schülern den Bonner Bundestagsabgeordneten Ulrich Kelber in der Margot-Barnard-Realschule. Foto: Immenkeppel

Einen bessern Empfang hätte sich Bonns Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber gar nicht wünschen können: Anlässlich des Europatages diskutierte er gestern mit den Schülern der 7., 8. und 9. Klasse der Margot-Barnard-Realschule über die aktuelle Politik. "Heute sind wir keine Alfterer, Duisdorfer, Rheinbacher oder Morenhovener", empfing Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both Kollegen, Schüler und den Parlamentarischen Staatssekretär. "Heute sind wir alle Europäer."

"Für mich ist nach wie vor die größte Faszination der europäischen Idee, dass hier ein Ort des Friedens nach jahrhundertelangen Kriegen geschaffen wurde, in dem transnationale Demokratie organisiert wird, bei der die regionale, nationale oder europäische Ebene jeweils das regelt, was sie am besten kann", so Kelber.

Unter der Leitung ihrer Lehrerinnen Ulrike Hollands-Lührs, Angelika Hein sowie Annika Fromhold hatten sich die Kurse in den vergangenen Tagen auf die Gesprächsrunde vorbereitet. Dabei näherten sich die Schüler dem Thema Europa auf ganz unterschiedliche Weise.

Während die 7. Klasse Collagen zu allen 28 Mitgliedsländern gebastelt hatten und sie auf der Bühne präsentierten, machten sich die Achtklässler Gedanken darüber, wie Europa den Alltag jedes Einzelnen beeinflusst. Als Beispiel nannten sie die einheitlichen Außenmaße von Mülltonnen oder die gesetzliche Vorgabe, die regelt, wie viel Werbung innerhalb einer Stunde im Fernsehen gesendet werden darf. Auf dem Podium leiteten Anna und Florian aus der Jahrgangsstufe 9 die Diskussion mit den Klassenkameraden und dem Politiker.

Ob die Maßnahmen und Verordnungen der EU sinnvoll sind oder vielmehr bürokratische Stolperfallen, das konnten die Schüler selbst bewerten. Denn mit ihren Stimmkarten konnten sie ihre Meinung zu den verschiedenen Beispielen äußern. Unter dem Thema "Festung Europa" debattierten die Schüler schließlich über die aktuelle Flüchtlingspolitik. Die schrecklichen Flüchtlingsdramen auf dem Mittelmeer ließen dabei niemanden unberührt.

Am Rande der Veranstaltung liefen jedoch auch Kinder umher, die noch längst nicht schulpflichtig sind. "Das sind die Kinder von Kollegen, die aufgrund des Streiks nicht in die Kita können", erklärte Angelika Hein. Die beiden Mädchen genossen ihren ersten Ausflug ins Schulleben und verfolgten aufmerksam die Stunde. Schließlich gab es genügend Schüler, die sich gerne um die Kleinen kümmerten. img


 

GA, 02.05.2015

50 Jahre Margot-Barnard-Schule

"Ein Vorbild für Toleranz"

Von Gabriele Immenkeppel

MEDINGHOVEN.  Bunte Luftballons schmückten das Foyer, aufgeregt liefen die Schüler der 5a umher. Sie hatten sich für diesen Tag ganz besonders schick gemacht: Die Jungs trugen Hemden, die Mädchen hatten ihr Lieblingsoutfit aus dem Kleiderschrank geholt.

"Wir können es kaum erwarten. Wir haben uns lange auf dieses Ereignis vorbereitet", schwärmte Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both von "ihrer" 5a und gab einen Ton vor. "Grenzenlos soll die Erde sich drehen", stimmten die Mädchen und Jungen an und knüpften gleich musikalisch an das Vermächtnis der Namensgeberin an.

50 Jahre Margot Barnard Realschule1

Die Klasse 5a der Margot-Barnard-Realschule singt für die Gäste. Foto: Roland Kohls

Mit Gesang, Musik, Ehrungen, Reden und vielen netten Gesprächen feierte die Margot-Barnard-Realschule in Medinghoven am Donnerstag ihr 50-jähriges Bestehen. Auf den Tag genau, am 30. April 1965, wurde die Realschule des ehemaligen Amtes Duisdorf eröffnet. Damals noch in Baracken nahe der Rochusschule untergebracht, begrüßte Schulleiterin Schnickers-Both die Ehrengäste jetzt in der modernen Schulaula an der René-Schickele-Straße.

Nervös war auch Schülersprecher Yücel Yapici. Zwar hatte er gerade erst seine Englischklausur im Rahmen der Zentralen Abschlussprüfung geschrieben. "Aber jetzt bin ich viel aufgeregter", gestand er und warf noch schnell einen Blick auf seinen Zettel. Doch alle Anspannung war vergessen, als er ans Rednerpult trat und die Werte des einzigartigen Zusammenlebens an der Schule umriss. "Wir tolerieren hier keine Gewalt. Wir sind eine Schule ohne Rassismus", erklärte er stellvertretend für die rund 540 Schüler.

Ingrid Schnickers-Both nahm den Faden gerne auf. "Es sind die Menschen, die den guten Ruf unserer Schule prägen. Unsere Kinder sind höflich, freundlich, tolerant, vorurteilsfrei und pflegen einen guten Umgang untereinander. Die Eltern sind sehr kooperativ und kümmern sich nicht nur um ihr eigenes Kind, sondern um die ganze Gemeinschaft. Und das ganze Kollegium ist mit Herzblut bei der Arbeit. Hier kann sich jeder jederzeit auf den anderen verlassen", gab sie das Rezept für das gute Miteinander preis. "Deshalb hat unsere Schule einen so hervorragenden Ruf."

Zuvor hatten bereits Bürgermeister Reinhard Limbach und Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand den ganz besonderen Umgang, der an der Schule herrsche, hervorgehoben. "Die Margot-Barnard-Realschule ist wirklich ein Vorbild für Toleranz und soziales Engagement", lobte Limbach.

Für Petra Thorand sind Offenheit und Neugier der Schüler der Schlüssel für ein respektvolles und friedvolles Miteinander. "Hier werden Kinder aus 20 verschiedenen Nationen unterrichtet. Jeder Schüler erhält hier Wertschätzung. Vorurteile haben hier keine Chance." Damit würden Schüler und Lehrer dem Vorbild und Lebensmotto Margot Barnards folgen.

Zeichen setzt die Schule allerdings auch durch Partnerschaften mit anderen Einrichtungen sowie Patenschaften über verschiedene soziale Projekte. "Und genau das ist es, was die soziale Kompetenz der jungen Menschen stärkt und sie selbstbewusster und selbstsicherer werden lässt", so die Bezirksbürgermeisterin.

So pflegt die Schule seit 20 Jahren eine Kooperation mit einem Jesuitenkolleg in Polen. Mehr als 880 Schüler aus beiden Ländern haben in dieser Zeit an verschiedenen Austauschprogrammen teilgenommen. Für ihr langjähriges Engagement überreichte Petra Thorand anlässlich des Festaktes die Ehrennadel des Stadtbezirks an die polnischen Initiatoren dieser Kooperation. Ausgezeichnet wurden Grzegorz Wojnowski, Dominika Karlmolinska sowie Hanna Goralezyk.


 

GA, 21.03.2015

Margot-Barnard-Schule in Medinghoven

Für Völkerverständigung und gegen Rassismus

MEDINGHOVEN.kpo  Schüler der Margot-Barnard-Schule setzen das Motto "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" in Bildern, Texten, Liedern und Plakaten um.

Schulprojekt gegen Rassismus
Im Schulfoyer: Kinder der Klasse 5a betrachten zusammen mit ihrer Lehrerin Rebecca Winkler Fotos und Plakate zum Thema. Foto: Stefan Knopp

 

 

 

Auf einem Bild sieht man eine Reihe von Skeletten - genauer gesagt, ist es immer das gleiche, das mehrfach auf das gleiche Blatt kopiert wurde. Darunter stehen Bezeichnungen: "Christ", "Muslim", "Jude", Buddhist". Unter unserer Haut sehen wir alle gleich aus: Das soll dieses Plakat aussagen, das Schüler der Margot-Barnard-Realschule gestaltet haben.

Es hängt im Foyer der Schule zusammen mit vielen anderen Beiträgen gegen Rassismus und für Völkerverständigung und einem Gedicht, in dem der Neuntklässler Tjorven fragt: "Warum können Fremde kein normales Leben führen, ohne dabei gleich neuen Hass zu schüren?". Die Realschule feiert ihr 50-jähriges Bestehen mit monatlichen Aktionen. Im März war eigentlich ein Sponsorenlauf geplant, aber wegen der Trauerfeier zum Tod der Namensgeberin Margot Barnard hat die Schule dieses organisatorisch aufwendige Ereignis auf den Mai verschoben.

Stattdessen nehmen sich die Jugendlichen das Prädikat "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" vor, das ihr verliehen wurde. Auf Plakaten stellen Schüler aus den verschiedensten Ländern die Kulturen vor, in denen sie oder ihre Eltern geboren wurden. Die Klasse 8 a von Miriam Keller-Gilchrist zum Beispiel stellt Frankreich vor, die 8 c von Linn Hutten die Türkei. Rebecca Winkler, Lehrerin für praktische Philosophie, nähert sich dem Thema von philosophischer Seite.

Schulleiterin Ingrid Schnickers hat mit ihren Schülern das Lied "Grenzenlos" einstudiert, das auf der zentralen Jubiläumsfeier vorgestellt werden soll. Weiterhin hat sich eine Band gebildet, die einen Song zum Thema Rassismus verfasst - dafür waren zwei Bonner Musiker in die Schule gekommen und hatten ein Casting mit den Achtklässlern veranstaltet.

Und eine Neuntklässlerin hat einen Rap-Song zum Thema geschrieben. Jeder trägt dazu bei, das Motto "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" mit Leben zu füllen. Man wolle erreichen, "dass jeder daran denkt, das wirklich zu leben", sagt Winkler.

 


 

 

GA, 11.02.2015

„Alle Schulen wollten sie als Zeitzeugin haben"

Die gebürtige Beuelerin Margot Barnard ist im Alter von 95 Jahren gestorben

von Bernd Eyermann und Sarah Gerlach

MEDINGHOVEN. Die Namenspatin der Realschule in Medinghoven, Margot Barnard, ist tot. Die 95-jährige gebürtige Beuelerin starb am Freitag in London, wo sie seit den 60er Jahren lebte. Sie galt in Bonn viele Jahre lang als jene Zeit­zeugin jüdischen Glaubens, die besonders eindrucksvoll über den Nationalsozialismus und die Ver­folgung der Juden berichtete.

„Alle Schulen wollten sie als Zeitzeugin haben, weil sie un­glaublich lebendig erzählen konn­te", sagte Astrid Mehmel, die Lei­terin der Gedenkstätte für die Bon­ner Opfer des Nationalsozialis­mus, gestern dem GA. „Sie hat Menschen begeistert, nicht den moralischen Zeigefinger erhoben, sondern immer der Zukunft zuge­wandt gesprochen", fügte Mehmel hinzu. Dabei hätte Margot Bar­nard viele Gründe haben können, an den Umständen in ihrem Leben zu verzweifeln.

Nach der nationalsozialisti­schen Machtergreifung erlebte sie, wie ihre Familie unter Druck ge­riet und die Atmosphäre gegen­über den Juden immer feindseliger wurde. 1936 verließ sie ihre rhei­nische Heimat Richtung Palästina, ihre Eltern wurden vermutlich 1942 in einem Vernichtungslager ermordet.

Margot Barnard - Nachruf im GAMargot Barnard im Jahr 2009. Als Margot Kober wurde sie 1919 in Beuel ge­boren. FOTO: FROMMANN

 

In den 80er Jahren begann die Mutter zweier Söhne, vor allem in Schulen von ihrem Leben als Jü­din in Deutschland und dem Ver­lust ihrer Familie zu erzählen. Re­gelmäßig nahm sie an den Begeg­nungswochen der ehemals Ver­folgten in Bonn teil. Oft kam sie mehrmals im Jahr in ihre alte Hei­mat. Eine besondere Freundschaft entwickelte sich zum Kollegium der Realschule in Medinghoven, so Mehmel. 2013 wurde die Schule nach ihr benannt - als bisher ein­zige Bonner Schule nach einer le­benden Person. „Margot Barnard lebt uns vor, wie man trotz aller persönlich erfahrenen Leiden auf andere vorurteilsfrei zugehen kann. Sie erinnert uns daran, das Vergangene lebendig zu halten und gleichzeitig den Blick in eine Zukunft zu richten, die geprägt ist vom Gedanken der Toleranz und des Verständnisses für andere", begründete die Schule seinerzeit die Wahl des Namens.

Nachdem ihr Tod gestern Mor­gen bekannt geworden war, ge­dachten Schüler und Lehrer im Unterricht der Namenspatin. Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both sagte dem GA: „Wir planen auf jeden Fall, verschiedene Pro­jekte über Frau Barnard zu ma­chen. Sie wird zum Beispiel eine große Rolle bei unserem Jubiläum spielen." Die Realschule feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Beste­hen. Auch über Theaterstücke werde nachgedacht.

Geschichtslehrer Michael Bohländer erinnerte sich daran, dass Margot Barnard bei ihren Besu­chen in der Schule „unglaublich offen und interessiert" gewesen sei. „Schüler hatten oft eine ge­wisse Scheu, mit ihr in Kontakt zu treten. Das änderte sich aber schlagartig, sobald sie da war", so Bohländer. Schuldzuweisungen habe sie nie von sich gegeben.

Die Realschule Medinghoven* sieht eine ihrer Aufgaben darin, „ihr zu Ehren an einer Welt mit­zuwirken, in der jeder Mensch un­abhängig von seiner Herkunft, Ge­schlecht, Religion angenommen ist und frei und selbstbestimmt le­ben kann", wie es in einer Erklä­rung hieß.

 

*[Anm.: seit 2013 Margot-Barnard-Realschule]

 


 

 

Schaufenster, 07.02.2015

 Schaufenster Ballon a

Ballon frei: Margot Barnard grüßt die Welt.  FOTO: WE

Die Margot Barnard Schule hat ihr 50. Gründungsjubiläum gefeiert - und schickte als Symbol der Offenheit weit mehr als nur 99 Luftballons gen Himmel.

von Harald Weller

Duisdorf (we). 499 Luftballons, also ungefähr viermal soviel wie Nena einst in den Himmel schickte, um die Welt zu retten, entließen die 500 Schüler der Margot-Barnard-Realschule unter großem Jubel in den Himmel. „Das steht symbolhaft für die Weltoffenheit, mit der wir hier arbeiten“, lacht Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both. Stundenlang vorher hatten sie generalstabsmäßig die Ballons aufgepustet. Und versammelten sich dann auf dem Schulhof, bevor der große Moment gekommen war: Wünsche wie Frieden für Alle und Völkerverständigung begleiteten die Ballons auf ihrem Weg in den Himmel.

„Wir gehen hinaus in die Welt“ lautete der Titel der Aktion, die zugleich die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum der Schule einläutete. Erfolgreich, vielfältig, gemeinsam, so lautet der Sinnspruch der Schule. Damit passt er exakt in die Fremden- und Flüchtlingsdiskussion dieser Zeit. Toleranz, so lautet die Botschaft, die per bunten Luftballons in die weite Welt getragen wurde.

Wie’s weiter geht mit den Jubiläumsfeiern? „Zunächst machen wir eine professionelle Karnevalssitzung, zu der alle Klassen ihren Part beitragen. Dann gibt es am 30. April einen Festakt. Und wir planen ein Sommerfest. An einem Tag im Jahr werden wir alle Anziehsachen tragen, die aus dem Jahre 1965, unserem Gründungsjahr, stammen oder stammen könnten“, erzählt Ingrid Schnickers-Both. „Ach ja, ein Sommerfest im Mai gibt’s auch noch.“

Namensgeberin Margot Barnard aus Beuel, 1919 geboren, schließt sich in jungen Jahren der zionistischen Bewegung an und geht nach Palästina, um dort einen israelischen Staat mit aufzubauen. Ihre Eltern lässt sie in Bonn zurück. Der spätere Versuch der Familienzusammenführung misslingt. Margot Barnard sieht ihre Eltern nie wieder. Sie lebt bis heute in London, ihrer neuen Heimat.

Die nach ihr benannte Realschule in Medinghoven hat 540 Schüler. Und sieht sich in der Verpflichtung ihrer Namensgeberin: „Werte wie Toleranz, Respekt und Konfliktbewältigung spielen hier im Schulalltag eine große Rolle. Die Freiheit, anders zu fühlen, anders zu denken, anders zu sein als der Mainstream, das ist ganz wichtig. Und das wird den Kindern vermittelt. Von der Erlebniswelt des Einzelnen bis zur Erlebniswelt der Gemeinschaft. Den Zielen der Sozialgemeinschaft. Dazu kommt wie in jeder Schule natürlich das Vermitteln der Stoffinhalte, die der Lehrplan vorsieht. „Von unseren Schülern schafft die Hälfte die Qualifikation zur gymnasialen Oberstufe“, sagt die Schulleiterin stolz.

„Wir gewinnt“ ist eine weitere Losung, die hier in der Schule augenscheinlich jeder verinnerlicht hat. Das klingt hier nicht wie das Pfeifen im Walde, bei dem man sich verzweifelt Mut macht, wenn man gerade doch vor Angst vergeht. Vielmehr spiegelt das die Überzeugung junger Menschen, die sich selbstbewusst dem Leben stellen.

i Die Margot-Barnard-Realschule, ehemals Realschule Medinghoven, will das Motto „Erfolgreich, vielfältig, gemeinsam“ vorleben und den Schülern vermitteln.

Weitere Informationen für Schüler und Eltern gibt es im Netz auf www.mbr-bonn.de.

 


 

 

GA, 31.01.2015

50-jähriges Bestehen der Margot-Barnard-Realschule

Hunderte bunte Luftballons zum Jubiläum

Von Stefan Knopp

MEDINGHOVEN.  Die Schüler konnten es kaum erwarten, endlich ihre Luftballons fliegen zu lassen. Die hatten die Jugendlichen der Klasse 10a der Margot-Barnard-Realschule am Freitagmorgen aufgeblasen. Dann kam das erlösende Startsignal.

Luftballons aufsteigend

Start frei: 400 Luftballons steigen in den Himmel über der Margot-Barnard-Realschule im Duisdorfer Westen. Auf ihnen sind der Schulname, das Motto 'MBR fliegt in die Welt' und die Jubiläumszahl '50' gedruckt. Foto: Michael Bohländer


Die neue Schulleiterin Ingrid Schnickers-Both gab vom Fenster ihres Büros aus einen Pfiff aus ihrer Trillerpfeife ab, und dann machten sich nicht nur 99 Luftballons, sondern gleich noch rund 400 mehr auf den Weg zum Horizont.

"MBR fliegt in die Welt" lautete das Motto der Aktion. Deren Anlass ist das 50-jährige Bestehen der Schule in Medinghoven, das in diesem Jahr sehr vielfältig gefeiert wird: In fast jedem Monat wird etwas rund um dieses Jubiläum veranstaltet. Der Flug der mit Schulnamen, Motto und der Jubiläumszahl bedruckten Luftballons bildete den Auftakt. Rücksende-Grußkarten tragen sie nicht mit sich: "Das dürfen wir nicht mehr", sagte Schnickers-Both.

Im Februar geht es mit zwei Karnevalssitzungen weiter: Am Freitag, 6. Februar, richten Schüler eine Sitzung für die Eltern aus. Nach ihren Auftritten müssen die Jugendlichen die Aula verlassen - die bietet nicht genügend Sitzplätze. Deshalb gibt es, wie jedes Jahr, auch eine Sitzung für Schüler an Weiberfastnacht. Das Motto lautet "Those were the days": Passend zu den 60er Jahren verbreiten Hippies auf der Bühne Flower-Power-Atmosphäre.

Für den März ist ein Sponsorenlauf als "Aktion gegen Rassismus" geplant, der Termin steht noch nicht fest. Der zentrale Festakt zum Jubiläum findet am 30. April in der Aula statt. Am 30. Mai feiert die Schule ihr Sommerfest, dem eine Projektwoche vorausgeht.

Mit einem Sportfest werden die Schüler, die gestern ihre Halbjahreszeugnisse erhielten, in die Sommerferien geschickt. Im Juli und August haben Kinder und Lehrer die Aufgabe, an die Schule zu schreiben. "Dann hängen wir 700 Postkarten in der Eingangshalle aus", so die Direktorin. Schule "anno dazumal" heißt es im September: Dann wird nachgestellt, wie der Unterricht vor 50 Jahren ablief. Beim "sozialen Tag" im Oktober helfen die Schüler in Altenheimen und anderen Einrichtungen. Auf den Tag der offenen Tür im November folgt im Dezember eine große Abschlussaktion.

Alles werde fotografisch begleitet und an Margot Barnard geschickt, damit die in London lebende Namensgeberin der Realschule mitverfolgen kann, wie dort gefeiert wird, so Schnickers-Both, die erst nach der Umbenennung der früheren Realschule Medinghoven ihre Stelle antrat. "Ich bin seit Juni hier und darf schon das Jubiläum mitfeiern", freute sie sich.

Blick in die Schulgeschichte

Die Realschule Medinghoven an der René-Schickele-Straße wurde 1965 in Betrieb genommen. Erster Schulleiter war Franz Stehle, der 1977 von Frank Schülle abgelöst wurde. Der blieb 23 Jahre, danach leitete Dorothee Övelgönner die Realschule.

In ihrer Amtszeit wurde das Gebäude fünf Jahre lang grundsaniert. Seit 2001 trägt die Einrichtung den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Övelgönner erreichte auch die Umbenennung in „ Margot-Barnard-Realschule“.

Kritik blieb nicht aus, denn eine Begründung war, dass die Ortsbezeichnung Medinghoven im Namen ihrem Ruf schade – der Stadtteil wird oft als sozialer Brennpunkt gesehen. Die 1919 in Bonn geborene Jüdin Margot Barnard kam 2013 persönlich zur Umbenennungsfeier.

An der Schule war sie schon öfter: Mehr als 20 Jahre lang reiste sie durch Deutschland, um als Zeitzeugin Schülern von der Judenverfolgung durch die Nazis zu berichten. Jetzt leitet Ingrid Schnickers-Both die Schule mit aktuell 539 Schülern in 18 Klassen und 31 Lehrern.

 


 

SCHAUFENSTER, 15. November 2014

Hier macht lernen und lehren Spaß

Schaufenster1 

Auf eine glückliche Zukunft: Die Kids der Margot Barnard Realschule und ihre Schulleiterin (Bildmitte). FOTO: WE

Welchen Sinn heutzutage Realschulen haben? Das sind doch Spartenschulen, oder etwa nicht? „Die Schüler kommen zu uns, weil sie die individuelle Behandlung schätzen“, kontert Schulleiterin Ingrid Schnickers- Both. „Und weil sie bei uns viele Möglichkeiten haben, einen Abschluss zu machen. Das haben sie woanders so nicht.“

Medinghoven (we). Was zuerst beeindruckt, ist das Individuelle an der Margot Barnard Realschule. In Zeiten von Schulanstalten, deren Schülerzahlen in die Tausende gehen, ist es wohltuend, dass man bereits nach wenigen Stunden den Eindruck hat, die Schüler zu kennen. „Wir haben 540 Schüler“, weiß die Schulleiterin. „Bei uns geht es regelrecht familiär zu.“

Ihre Schüler und Schülerinnen kommen natürlich aus dem Umfeld Medinghovens. Aber auch aus Alfter, Miel, Bornheim und so weiter. So wie die Mitglieder des 33-köpfigen Lehrerkollegiums auch. Die kommen auch von weit her, um in dieser Schule zu arbeiten. „Hier ist das Arbeiten angenehm“, sagen die Mitarbeiterinnen auch ohne Beisein der Schulleiterin. Weil man im Team arbeitet.

„Der Held ist hier das Team“, meint Ingrid Schnickers-Both. Das glaubt man, wenn man die Kids erlebt, die keine Scheu davor haben, auch mal zu sagen, dass der Lernstoff gerade öde ist. „Sie können sicher sein, dass die Kinder hier eine ordentliche Ausbildung erhalten.“ Klar, man unterliegt den Curricula und sonstigen Plänen, die für alle Schulen verbindlich sind. Aber man kann sich dennoch pädagogische Freiräume erschließen.

Und die nutzt man, um den Kindern soziale Kompetenzen zu vermitteln. Werte wie Toleranz, Respekt und Konfliktbewältigung sind neben aller Paukerei, die auch hier eine Rolle spielt, wichtig. Das Ergebnis: „Die Hälfte unserer Schüler schaffen die Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe.“ Dann gibt es noch den Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 bei 10 Pflichtschuljahren, den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und den mittleren Bildungsabschluss. Neben dem Vokabelpauken wird eben auf soziale Komponenten Wert gelegt. „Die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin Frau Üstundag klappt ausgezeichnet.“ „Wir achten bei den Lehrern und bei den Schülern auf eine gesunde Mischung, auf das Umsetzen der -Work- Life-Balance“, sagt die Schulleiterin. Und meint das wohl auch so.

Sie selbst hat viele Hobbies. Vom Kinobesuch über Musik bis zur Pflege von Freundschaften. Auch neben der Schule ist der Tag für sie ausgefüllt. Der Schulalltag selbst ist von vielfältigen Aktivitäten geprägt. Die haben mit Pauken nicht viel zu tun. Mit Lernen schon. Vom Nähen übers Singen bis zum Musizieren, wenn’s geht auch in einer Schüler-Eltern-Lehrer-Band, hier ist alles gefragt.

Und die Internationalität ist hier schon allein wegen des Schulnamens eine Verpflichtung: Margot Barnard ist Jüdin, heute 94 Jahr alt. Mit 16 ging sie nach Palästina. Ihre Eltern, die später dem Holocaust zum Opfer fielen, hat sie nie mehr gesehen. Ihr Leben ist ein Beispiel für Völkerverständigung. Die natürlich in die heutige Zeit übersetzt wird: „Die Freiheit, anders zu denken, anders zu fühlen, anders zu sein, ist ganz wichtig.“

Das also wird den Kindern hier vermittelt. Es gibt Bestrebungen, Verbindungen ins Ausland zu knüpfen. Eine Lehrerin der Schule hat einen konkreten Austausch mit dem Collège St. Joseph in Reims geknüpft. In absehbarer Zukunft soll Finnland folgen. Und Teneriffa. „Wir haben schon seit 30 Jahren einen Polen- Austausch“, so Ingrid Schnickers-Both.

Hier wird ein kleiner Raum geöffnet. In der Erlebniswelt der Kinder. Und in dem kleinem Raum kommt ein riesengroßes Fenster zum Vorschein. Das zeigt die ganze Welt. Mit ihren Möglichkeiten im Hinblick auf Völkerverständigung, Respekt, Wertschätzung und sonstige Werten. Die heutzutage an Bedeutung gewinnen. Weil überall im Berufsalltag heute Teamarbeit gefragt ist. Und nicht so sehr das Genie des Einzelnen. Das aber, die Teamarbeit, sitzt im Bewusstsein der Kids an dieser Schule fest verwurzelt.

Hier heißt es „Das ‚Wir‘ gewinnt.“ Und jeder hier weiß, was das heißt. „Wir wollen Kinder groß machen.“ Ganz groß, diese Haltung der Kleinen.

 


 

 

GA, 12.10.2014

Margot-Barnard-Realschule

Jecke Tön beim ersten Besuch

DUISDORF. Aus der Champagner-Domäne mitten ins Rheinland. Und das auch noch am 11.11. Recht verdutzt schauten die Schüler des Collège Saint Joseph aus dem französischen Reims, als am Dienstag über die Lautsprecheranlage der Margot-Barnard-Realschule pünktlich zum Sessionsauftakt Karnevalsmusik erklang.

Empfang
Gruppenbild mit Bürgermeisterin: Petra Thorand empfing die Realschüler aus Medinghoven und ihre Gäste im Rathaus. Foto: Immenkeppel


Doch an die seltsamen Töne hatten sie sich schnell gewöhnt. Schließlich gibt es für sie in dieser Woche viel Neues zu entdecken.Gerade erst ein paar Wochen alt ist die Partnerschaft der Duisdorfer Realschule mit dem Collège aus Reims. Auf Initiative von Anita Mischuk, Französischlehrerin und zweite Konrektorin an der Margot-Barnard-Schule, wurde die Partnerschaft erst in diesem Schuljahr besiegelt. Mit Eifer arbeiten nicht nur Lehrer und Schüler an dieser neuen Kooperation. Auch die Eltern unterstützen die Initiative. "Es haben sich viel mehr Gastfamilien gemeldet, als wir brauchten", freute sich Anita Mischuk am Dienstag im Hardtberger Rathaus. Dort wurden die 13- bis 14-Jährigen von Bezirksbürgermeisterin Petra Thorand empfangen. Sie betonte die Bedeutung von Schulpartnerschaften: "Durch solche Begegnungen wird ein Verständnis für die globale Identität entwickelt, die auf gemeinsamen Werten, gemeinsamer Geschichte und gemeinsamer Kultur beruht." Dies sei Grundlage für einen toleranten und respektvollen Umgang miteinander.Nach dem Besuch im Rathaus ging es für die Schüler der siebten und achten Klassen weiter in die Bonner City. Bei einer Rallye sollten die Gäste aus Reims die Sehenswürdigkeiten der Bundesstadt entdecken. Im Laufe dieser Woche werden alle gemeinsam noch den Drachenfels besuchen. Zudem stehen eine Führung durch das Brühler Schloss sowie ein Ausflug nach Köln auf dem Programm. Im kommenden April werden dann die Duisdorfer Schüler ihre neuen Freunde in Frankreich besuchen. "Ich hoffe, dass Ihr eine interessante und lohnenswerte Zeit hier habt. Für die Zukunft wünsche ich, dass die Zusammenarbeit beider Schulen erfolgreich fortgesetzt wird", gab die Bezirksbürgermeisterin ihren jungen Gästen mit auf den Weg.

 


 

 

 

GA, 06.11.2014

Interview

Ingrid Schickers-Both: "Wir wachsen auch an Konflikten"

Von Richard Bongartz

MEDINGHOVEN.  Im Interview spricht Ingrid Schnickers-Both über ihre ersten 100 Tage als Leiterin der Margot-Barnard-Realschule.

Neue-Leiterin-Margot-Barnard-Realschule
Suchbild mit Lehrerin: Ingrid Schnickers-Both inmitten der Klasse 5 a. Foto: Roland Kohls


Sie will eine Menge bewegen, andere begeistern und persönliche Kontakte pflegen. Seit dem neuen Schuljahr leitet Ingrid Schnickers-Both die dreizügige Margot-Barnard-Realschule an der René-Schickele-Straße. Es gibt 540 Schüler, etwa 40 Prozent sind ausländischer Herkunft, und 33 Lehrer. Nach 100 Tagen zieht die Niederkasselerin nun eine erste Bilanz. Mit ihr sprach Richard Bongartz.

Was hat sie von Rheidt nach Medinghoven geführt?
Ingrid Schnickers-Both: Ich wollte mich beruflich noch einmal verändern, und meine beiden Söhne sind jetzt erwachsen. Es ist reizvoll, mit meinen 31 Jahren Berufserfahrung eine Schule zu leiten. Ich fand das Schulprofil sehr interessant und hatte viel Positives über die Realschule gehört.

Was sind die Schwerpunkte an der Realschule?
Schnickers-Both: Die individuelle Förderung ist einer. Wir bemühen uns, jedes Kind zu fördern, auch innerhalb einer Klasse. So bieten wir unterschiedliche Materialien an, obwohl die Schüler nachher alle die zentrale Prüfung ablegen. Wir schauen auf die Stärken der Jugendlichen und auf das, was wir noch für sie tun können. Wir führen auch viele Elterngespräche und legen großen Wert auf respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Das gilt auch für das Lehrerkollegium. Hier geht es auch um das Thema soziales Lernen. Mobbing wird sofort geahndet.

Die individuelle Förderung hört sich ja schon fast wie Gesamtschule an...
Schnickers-Both: Unsere Schüler sind sehr unterschiedlich begabt. In ihrer Gesamtheit ist die Schülerschaft jedoch homogener als an einer Gesamtschule. Dennoch müssen wir den unterschiedlichen Begabungen Rechnung tragen.

Brauchen wir die Realschule überhaupt noch?
Schnickers-Both: Ich finde die Schulform super. Wir sind durchlässig und bieten variable Möglichkeiten: Viele Abgänger machen eine Ausbildung, viele aber auch erfolgreich das Abitur. Die Kinder mögen hier ebenso, dass unsere Schule nur dreizügig ist, und daher eine besonders familiäre und persönliche Atmosphäre bietet. Sie wissen genau, dass jeder sie kennt. Und ich bin ja auch ein Dorfkind, ich schätze überschaubare Verhältnisse.

Was muss man den Schülern heutzutage bieten?
Schnickers-Both: Moderne Themen. Wir versuchen, den Stoff in modernen Kontext einzubinden. Im Fach Musik etwa wird gerappt, in Englisch geht es beispielsweise um das Chatprogramm Whatsapp oder Mobbing. Wir haben zwei Computerräume und zwei Informatiklehrer. Die Schüler werden zu selbstständigem Teamlernern erzogen.

Und was geben die Schüler einem zurück?
Schnickers-Both: Ganz viel. Man bekommt sofort eine Rückmeldung. Das ist sehr befriedigend. Man sieht sofort, wenn die Schüler Spaß haben, zum Beispiel bei einer Präsentation. Aber wir wachsen auch an Konflikten.

Was sind die Probleme des Schulalltags?
Schnickers-Both: Es gibt hier ab und zu Mobbing: Kinder werden beschimpft oder ausgeschlossen. Da schreiten wir dann direkt ein und reden mit Schülern und Eltern. Je nachdem schalten wir noch unsere beiden Beratungslehrer oder bei härteren Fällen die Schulsozialarbeiterin mit ein. Dann haben wir noch Streitschlichter. Schlägereien habe ich aber noch keine erlebt.

Wie helfen die Eltern mit?
Schnickers-Both: Nicht nur beim Kuchenbacken. Die Eltern stehen in sehr regem Austausch mit den Kollegen und haben eine hohe Präsenz. Wenn etwas brennt, gibt es eine Rückmeldung. Die Eltern gestalten auch Konzepte mit, etwa bei der Förderung der Legasthenie.

Was macht Ihnen am Beruf am meisten Spaß?
Schnickers-Both: Die Begegnung mit den Kindern und Menschen jeden Tag. Ich bin eine Leidenschaftslehrerin. Ich freue mich, dass ich viel gestalten kann und mein Beruf mir diesen Gestaltungsfreiraum ermöglicht. Für mich ist das "die Schule mit Herz".

Wer ist die Namensgeberin Ihrer Schule?
Schnickers-Both: Ich habe Margot Barnard noch nie getroffen, würde sie aber gern mal kennenlernen. Sie ist 94 Jahre alt, Jüdin, stammt aus Beuel und lebt in London. Sie ist mit 16 Jahren nach Palästina ausgewandert. Ihre Eltern sind in Deutschland deportiert und ermordet worden. Sie besucht seit langem Schulen und macht sich stark für Akzeptanz und Toleranz. Das sind hochaktuelle Themen.

Wie geht es weiter?
Schnickers-Both: Wir öffnen uns noch mehr nach Europa. Wir haben bereits einen Austausch mit Polen und England und nun neu mit Frankreich. Teneriffa ist in der Warteschleife, und wir möchten ab dem nächsten Schuljahr Spanisch anbieten. Außerdem setzen wir unser Konzept "Vielfalt fördern" immer mehr im Schulalltag um und wenden uns noch stärker als bisher der Berufswahlorientierung zu.

Zur Person
Ingrid Schnickers-Both ist geboren und aufgewachsen in Marienbaum bei Xanten am Niederrhein. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Die Familie wohnt nun in Niederkassel-Rheidt. Nach dem Abitur 1977 studierte sie Englisch und Musik in Bonn, ihr Referendariat machte sie in Hagen. Nach der ersten Stelle in Aachen arbeitete sie sechs Jahre lang an der Hauptschule an der Düne (heute Bertolt-Brecht-Gesamtschule).

Zuletzt war sie 13 Jahre lang Konrektorin an der Alfred-Delp-Realschule in Mondorf, eine NRW-Europaschule. Die 56-Jährige liebt lesen, kochen, die Natur und Kultur. Sie ist gerne mit ihrer Familie zusammen und würde am liebsten die ganze Welt bereisen.