Kollegiumstreffen 2009

 Die Berichte zu den Schüler/innen- und Kollegiumstreffen sind der Schülerzeitung "Burgfräulein", Ausgabe 12/2009, entnommen:

 

3x Polen  (Forts.)


Witamy serdecznie Gdyni


.......und gut 3 Wochen später sahen wir uns fast alle wieder. Diesmal nahmen 9 Lehrpersonen der RSM am Lehreraustausch teil: Frau Machalke, Frau Schabik, Frau Holland- Lührs, Frau Frommhold, Frau Dormagen , Frau Kössler und Frau Sonneck (beide bereits pensioniert), Frau Beißel (RSH) und meine Wenigkeit. Wir folgten der Einladung der polnischen Kollegen und Kolleginnen, die vor knapp 2 Jahren bei uns in Bonn zu Gast waren. Dabei landeten wir genau am „Tag des Lehrers“ in Gdansk. Der ist übrigens für alle SchülerInnen und Lehrer in Polen unterrichtsfrei – tolle Einrichtung, nicht wahr? Auch hier begrüßte uns die Schulleitung und das Kollegium sehr herzlich.

Der nächste Tag begann und blieb sehr stürmisch. An den Wanderdünen von Leba wurden wir fast weggeweht. Die 2m hohen Wellen der Ostsee donnerten an den Sandstrand und vor lauter Sturm und Wellengetöse verstanden wir unser eigenes Wort nicht mehr. Eine solch bewegte See habe ich lange nicht mehr gesehen. „Gut durchlüftet“ erreichten wir nach langer Fahrt unsere Quartiere bei den Kolleginnen und Kollegen d.h. jede Lehrperson war bei einer befreundeten polnischen Lehrerfamilie untergebracht. Wir wurden hervorragend versorgt. Jetzt hieß es „flott umziehen“, denn abends stand die Operettenaufführung von „My fair Lady“ im Tanztheater Gdynias auf dem Programm. Die Inszenierung überzeugte uns: klasse Stimmen, flotte Tänze in einer modernen Choreographie und hervorragende SchauspielerInnen – wir waren begeistert.
Am Donnerstag, dem 15.10.09, besichtigten wir Gdansk, das frühere deutsche Danzig. Die polnischen Restauratoren haben die im Zweiten Weltkrieg total zerstörte Stadt mit viel Liebe zum Detail historiengetreu d.h. genau nach alten Plänen wieder aufgebaut, eine beachtliche Leistung.
Daher hat Gdansk eine wirklich „geschichtliche Atmosphäre“. Und wir trafen viele Deutsche, die die Sehenswürdigkeiten Marienkirche, Langer Markt und Langgasse und das Krantor sehen wollten. Vom Krantor aus wollten auch viele Touristen mit dem Schiff zur Westerplatte fahren,
dem Ort, wo am 01.09.1945 der Zweite Weltkrieg begann. Adolf Hitler und seine Soldaten überfielen Polen genau an diesem Tag und lösten damit das unsägliche Leid aus, das dieser Krieg mit sich brachte. Am Abend des gleichen Tages diskutierten wir mit amerikanischen Lehrerinnen und Lehrern über die Erziehung zur Gewaltfreiheit im Unterricht..............exactly!
Den vorletzten Tag verbrachten wir in der Kaschubei, einer hügeligen wunderschönen Seenlandschaft westlich Gdynias. In einem Heimatmuseum bestaunten wir den größten handgesägten (aus einem Baumstamm gefertigten) Tisch der Welt – mein lieber Jolly, war das ein Gerät, sage und schreibe 38,82 m lang. Im „Schiefen Haus“ auf dem gleichen Gelände wurde es einigen Kolleginnen sofort schlecht. Das liegt daran, dass unser Gehirn diese vielen Eindrücke nicht richtig verarbeiten kann, denn sie widersprechen jeder Erfahrung. Unwohlsein ist die logische Folge. Kann man sich gut vorstellen, wenn die Möbel an der Decke hängen.
Danach stapften wir durch die Wälder der Kaschubei, um Pilze zu finden. Polnische Menschen sind fast alle begeisterte Pilzsucher und –kenner. Sie sind perfekte Ansprechpartner in Sachen „Pilze“, wenn es darum geht: essen und/oder sterben?! Aber unsere Ausbeute war sehr gering. Lediglich Frau Machalke konnte mit einigen gefundenen Parasolpilzen unsere Ehre retten. Der Sommer war halt zu trocken. Mit einem gemütlichen Beisammensein endete der Lehreraustausch, der uns viel zu kurz vorkam. Unser Dank gilt unseren polnischen Organisatoren Hanna Goralczyk, Dominika Karmolinska und Gregor Woinowski und natürlich allen Lehrerfamilien, die uns so herzlich aufnahmen. Natürlich freuen wir uns, wenn sie in 2 Jahren zum Gegenbesuch nach Bonn starten (= 3x Polen).


Udo Beißel