Beratungskonzept der Margot-Barnard-Realschule

(Stand: Januar 2013, aktualisiert Februar 2016)

 

I. Beratung – allgemeine Grundlagen

II. Beratung im Kontext des grundlegenden Werteverständnisses an der MBR  

III. Personen der Beratung

IV. Arbeitsweise der Beratungslehrer/innen

V. Kooperationspartner

 

 

I. Beratung – allgemeine Grundlagen

    • Eltern eines Grundschulkindes vereinbaren einen Sprechstundentermin mit der Schulleiterin, um zu erfahren, ob ihr Kind den Anforderungen der Realschule gewachsen sein kann, welche Fördermaßnahmen es gibt.
    • Zwei aufgebrachte Jungen der Klasse 7 sprechen ihre Klassenleitung an, weil sie sich fortwährend streiten.
    • Eine Schülerin der Abschlussklasse sucht die Berufsberaterin mit der Frage auf, ob sie eine Ausbildung anfangen oder sich schulisch weiterbilden soll; zum Gespräch wird eine Vertreterin der Agentur für Arbeit hinzugezogen.
    • Ein Schüler fragt seinen Deutschlehrer, wie er seine Rechtschreibung noch weiter verbessern kann, welche Übungen er dazu machen soll, ob er ein bestimmtes Buch empfehlen kann.

Das sind willkürlich ausgewählte Situationen aus dem Schulalltag. Eines haben sie gemeinsam: Es sind Situationen, in denen beraten wird – hier sind es Eltern und Schüler. Und beraten werden sie hier von Lehrkräften und Fachleuten von außen. Aber natürlich gibt es im Laufe eines Vormittags an unserer Schule noch viele weitere „Beratungssituationen“, in denen auch die Lehrkräfte nach einem Rat suchen oder in denen auch die Schüler/innen Berater sind.

Beraten, weil jemand einen Rat braucht, gehört dazu - in unserer Schule: tagtäglich, in verschiedenen Situationen, von jeder/jedem, für jede/für jeden.

Es gehört zu unserem Selbstverständnis an der Margot-Barnard-Realschule, dass alle ein offenes Ohr für die Frage, das Problem, den Zweifel, den Vorschlag des anderen haben und damit niemand in unserer Schulgemeinschaft allein bleiben darf.

Da aber niemand kompetent zu allen - speziellen - Fragen des (schulischen) Alltags einen Rat geben kann, haben wir an unserer Schule die Beratungsaufgaben geordnet, um bestimmte Kompetenzen, Erfahrungen, Kontakte zu bündeln und dem Ratsuchenden eine sinnvolle und schnelle Orientierung zu geben, an wen er sich wenden kann, wenn eine spezielle Beratung erforderlich ist.


 

 

 

II. Beratung im Kontext des grundlegenden Werteverständnisses an der MBR

Schule war und ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung. In der Schule trafen und treffen Menschen zusammen, die nicht nur ein eigenes Leben - mit eigenen Wünschen, Zielen oder Sorgen - mitbringen, sondern auch die (gesellschaftlichen) Bedingungen widerspiegeln, unter denen sie aufwachsen.

Und dieser gesellschaftliche Rahmen ändert sich. Kindheit ändert sich. Der allgemeine und selbstverständliche Einzug elektronischer Medien in Haushalte und Kinderzimmer lenkt Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten aus für Schule gewohnten Bahnen, ändert das Freizeitverhalten, definiert Freundschaften und soziale Beziehungen neu. Prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse stören immer mehr stabile soziale Bindungen, im Kern die Familie. Schule muss auf diese Entwicklungen eingehen. Dabei gilt es, nicht nur Unterrichtsformen zu überdenken und weiterzuentwickeln, sondern auch die Erziehungsaufgaben neu zu bestimmen – und natürlich in der Beratung auf diese geänderte und sich ändernde kindliche Umwelt einzugehen.

Das führt zu vielschichtigen Beratungsanlässen, häufig verbunden mit Kombinationen aus unterschiedlichen (verstärkenden) Faktoren: Trennung der Eltern, Bewegungsmangel, Arbeitslosigkeit, emotionale Verwahrlosung, fehlende (Geschlechter-)Vorbilder, fehlende Wertevermittlung, fehlende Kommunikationskultur, aber auch ADS/ADHS, LRS, Dyskalkulie, Lernbeeinträchtigungen unterschiedlicher Natur…

Wir glauben, dass diesen veränderten Rahmenbedingungen am besten mit einer Beratung begegnet werden kann, die nicht defizit- sondern ressourcenorientiert ist und damit nicht an Fehlern und Mängel, sondern an dem anknüpft, was bereits gelingt. Wissenschaftlich stützt sich diese Ausrichtung auf die Salutogenese, die davon ausgeht, dass trotz widriger Bedingungen eine positive Entwicklung erfolgen kann, wenn ein ausreichendes Maß an stärkenden und stützenden Faktoren vorhanden ist. Unser Ziel ist es, die Selbstwirksamkeit aller Schülerinnen und Schüler, das Vertrauen in sich selbst, zu stärken und dabei ihren individuellen Entwicklungsstand zu berücksichtigen sowie in angemessenen Schritten Entwicklungsperspektiven zu erarbeiten.


 

 

III. Personen der Beratung

Fachlehrkraft: Sie ist der erste Ansprechpartner für Schüler/innen und Eltern bei Fragen und Problemen zum konkreten Fach (Leistungsentwicklung, Leistungsstörung; fachbezogene Anforderungen; Übungs- und Fördermaterial; Leistungsbewertung; Vorbereitung auf Prüfungen). Fachlehrkräfte beraten die Schulleitung im Bereich des fachbezogenen Arbeitens bei Konferenzen.

Klassenleitung: Sie ist der erste Ansprechpartner für Schüler/innen und Eltern zu allgemeineren Fragen und Problemen in Unterricht und Erziehung; zur allgemeinen Leistungsentwicklung; zur Persönlichkeitsentwicklung; zum Arbeits- und Sozialverhalten und zu den Perspektiven der weiteren Schullaufbahn oder Ausbildung. Die Klassenleitung kann zu Beratungen im Rahmen von Konferenz hinzugezogen werden.

Schulleitung (Frau Schnickers-Both, Frau Weber, Frau Mischuk): Sie ist der erste Ansprechpartner für die Beratung von Eltern bei Aufnahme oder Schulwechsel; in Konfliktsituationen – u.a. bei Teilkonferenzen und unterstützt von Lehrkräften. Sie leitet und fördert den Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes mit außerschulischen Beratungseinrichtungen. Sie berät Lehrer/innen.

 

Lehrer mit besonderen Funktionsaufgaben:

Berufsberatung:

Frau Frommhold

LRS-Beauftragte:

Frau Hutten

Streitschlichterausbildung:

Frau Schabik, Frau Woermann-Hett, Frau Hollands-Lührs, Frau Hommes

Verkehrserziehung:

Herr Wyrwoll

Hygiene und Gesundheit:

Frau Hein

Sicherheitsbeauftragte:

Frau Hommes

Gleichstellungsbeauftragte:

Frau Winkler

Erste Hilfe:

Frau Hartmann, Frau Berg

Medienbeauftragte:

Herr Schmitz

Schulbibliothek:

Herr Bohländer

Notfall-Team:

Frau Schnickers-Both, Herr Bohländer, Frau Berg, Frau Hommes, Frau Hartmann, Frau Woerman-Hett

Ausbildungskoordination:

Frau Fehling

Lehrerrat:

Frau Hommes, Frau Clemens, Frau Hollands-Lührs, Frau Schabik, N.N.

Diese Lehrkräfte sind Ansprechpartner für Fragen in den angegebenen Verantwortungsbereichen.

 

 

  • SV-Lehrkräfte (Frau Keller-Gilchrist/Herr Kratzer):

Als gewählte Vertreter der Schülerschaft sind sie besondere Ansprechpartner bei allen auftretenden persönlichen und schulischen Problemen.

 

  • Beratungslehrer (Frau Berg/Herr Bohländer):

Sie sind ausgebildete Ansprechpartner für alle schulischen, persönlichen und familiären Belange, die einen besonderen Platz zur Besprechung benötigen, wenn der Bedarf über die oben genannten Beratungsmöglichkeiten hinausgeht oder wenn Anonymität gewünscht ist. (Die Beratungslehrer/innen entscheiden, ob eine Beratung möglich ist oder ob eine Vermittlung an andere interne oder externe Kräften und Einrichtungen notwendig ist.) Außerdem unterstützen sie die Kolleg/innen in ihrer beratenden Funktion. Sie beraten die Kolleg/innen bei deren eigenen unterschiedlichen Problemen. Und sie arbeiten eng mit externen Beratungs- und Therapieeinrichtungen zusammen.


 

 

IV. Arbeitsweise der Beratungslehrer/innen

Die Beratungslehrer/innen stehen für die Beratung in folgenden Beratungsanlässen zur Verfügung:

  • ADS/ADHS
  • Autismus
  • familiäre Konfliktsituationen, z.B. Trennungs- und Scheidungssituation
  • Kollegiale Fallberatung
  • Kollegiale Fortbildung (Fußnote: 2010 Fortbildung „Elterngespräche“ mit der Schulpsychologin Frau Wuttke; 2011 Fortbildung „Konfliktautorität“ mit dem Autor Rudi Rhode)
  • Konfliktsituationen zwischen Schüler/innen und Lehrer/innen
  • Lernschwierigkeiten
  • Missbrauch, Misshandlung
  • Mobbing in Klassen
  • Schulangst
  • Schwierigkeiten im Umgang mit eigenen Gefühlen
  • Übergang zu weiterführenden Schulen
  • Umgang mit körperlichen Beeinträchtigungen
  • Verhaltensprobleme in sozialen Beziehungen
  • Verhaltensprobleme in Gruppen

Prinzipien der Beratung

Die Beratung durch die Beratungslehrer/innen ist grundsätzlich FREIWILLIG. Derjenige, der Rat sucht, entscheidet selbst, ob er eine Beratung möchte; sie kann nicht verordnet werden. Der Berater entscheidet selbst, ob er eine Beratung annehmen kann oder an interne oder externe Instanzen weitervermitteln muss. Alle Parteien der Beratung können die Beratung jederzeit beenden.

Die Inhalte und der Ablauf des Beratungsgesprächs sind streng VERTRAULICH. Der Beratungslehrer ist zur Verschwiegenheit verpflichtet – außer bei Gesetzesverstößen. Der Schutz ist wichtig, um eine offene und vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre und Kommunikation zu ermöglichen. Nur der Ratsuchende kann den Beratungslehrer von dieser Verschwiegenheitspflicht entbinden.

Der Beratungslehrer ist UNABHÄNGIG und als Beratungslehrkraft nicht weisungsgebunden.

Die Beratung ist (zeitlich/inhaltlich) BEGRENZT. Sie tritt nicht an die Stelle einer notwendigen Therapie durch externe, besonders ausgebildete Fachkräfte. Der Zeitraum der Beratung wird in Absprache zwischen Schülern und Beratungslehrer/innen festgesetzt.

Die Beratungslehrkraft muss die schulische Ordnung und ihre darin festgelegten AUFGABEN UND VERANTWORTLICHKEITEN BEACHTEN. Sie handelt nicht eigenständig, sondern nur ggf. unterstützend in Bereichen, für die z.B. die Schulleitung oder die Klassenleitung Verantwortung trägt.

 

Grundlegende Informationen zur Arbeit der Beratungslehrer/innen

Die Arbeitsweise der Beratungslehrer/innen ist kooperativ bzw. teamorientiert. Dazu gehört die gegenseitige Information und Unterstützung, die gemeinsame Planung von u.a. kollegialen „Fall“-Beratungen und Fortbildungsmaßnahmen und die Unterrichtung über Erfahrungen, Kontakte und Maßnahmen zu internen und externen Beratungsinstanzen.

Die Beratungslehrer/innen nehmen an Fortbildungen zu ihren Beratungsschwerpunkten teil (2011/12 Fortbildungsreihe „Schwierige Schüler“ der Derletalschule)

Die Beratungen werden durch die Beratungslehrer/innen an vertraulichem Ort dokumentiert.

Die Beratungslehrer/innen planen und führen zum Thema „Beratung“ kollegiale Fortbildungen durch.

 

Wer sind die Beratungslehrkräfte?

Frau Berg, Herr Bohländer

Wann finden die Beratungen statt?

In jedem Schuljahr gibt es, abhängig vom jeweiligen Stundenplan, feste Sprechstunden – natürlich können auch gesonderte Termine vereinbart werden.

Wo finden die Beratungen statt?

Die Beratungsgespräche finden in der Regel in der Schülerbücherei (A 014) statt.

Wie lernen die Schüler/innen die Beratungslehrer/innen kennen?

Jeweils am Einschulungstag stellen sich die Beratungslehrkräfte vor. Zudem informieren entsprechende Aushänge über Ort und Sprechstundenzeiten.


 

 

 

V. Kooperationspartner

Die Margot-Barnard-Realschule arbeitet mit verschiedenen Einrichtungen zusammen:

 

Außerschulische Beratungseinrichtungen

  • Caritas-Erziehungsberatung
  • Schulpsychologischer Dienst
  • Caritas-Drogenberatung
  • Fachstelle für Suchtprävention „update“
  • Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt Bonn
  • Kinder- und Jugendpsychatrie der Uni Bonn
  • Paul-Martini-Schule für Kranke
  • Evangelische Jugendhilfe Godesheim
  • Jugendheim Maria im Walde
  • Jugendamt Duisdorf
  • Fachdienste für Familien-und Erziehungshilfe (FFE)
  • Fachberatung Autismus des Schulamtes für die Stadt Bonn
  • Jugendamt Siegburg (für den Rhein-Sieg-Kreis)
  • Notfallseelsorger
  • Therapeutische Einrichtungen

Praxis Dr. med Siamack Mohajeri

Psychotherapeutische Praxis Claudia Müller, Bad Honnef

Praxis Reimer Schwerdtfeger

Dr. med. Andrei Serban, Arzt für Neurologie und Psychiatrie

  • AutismusTherapieZentrum Bonn

 

Außerschulische pädagogische Einrichtungen

  • Jungendzentrum St. Martin
  • LOS (Lehrinstitut für Orthografie und Sprachkompetenz)
  • Förderschule Derletal
  • Königin-Juliana-Schule (über die SV)
  • Grundschulen

(Vertreter/innen der abgebenden Grundschulen aus Bonn und den umgebenden Gemeinden nehmen an Konferenzen der Erprobungsstufe teil)

  • Agentur für Arbeit
  • Polizei
  • Stadtteilbüro Medinghoven
  • Sozialarbeit Dolmetscher

(Bei Bedarf können wir genauere Kontaktdaten zur Verfügung stellen.) 

 

Allgemein muss darauf hingewiesen werden, dass noch weitere Beratungseinrichtungen vorhanden sind, die selbstverständlich genutzt werden können.

Einen Überblick gibt das „Jugendadressbuch der Stadt Bonn 2013“  - letzte Aktualisierung dort: 16. Juli 2014 - (auch erschienen als Druckversion bei Carthaus

Zur Auswahl der passenden Beratungseinrichtung können/sollten auch vertrauensvolle Kontakte und Informationen vom z.B. behandelten Kinder-/Hausarzt genutzt werden.